OSM und der öffentliche Verkehr

Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit Open Street Map und mit Offenen Daten den öffentlichen Verkehr betreffend beschäftigt. Folgendes mag ich mir merken:

JOSM ist der Editor der Wahl, wenn es um die Bearbeitung von Open Street Map geht. Es arbeitet sowohl mit Java7 als auch mit Java8. Richtig vollständig ist es aber nur, wenn man es zusammen mit Overpass-Turbo.eu verwendet, denn JOSM selbst kann zwar OSM-Daten Laden, dann aber nur den vollen Datensatz der entsprechenden Region. Und da es bei den öffentlichen Verkehren die ich betrachtet habe um recht lange Strecken ging, hat das den Server vollständig überfordert.

Letztendlich bin ich so vorgegangen:

  1. Für den öffentlichen Verkehr sind die sogenannten Relations relevant, weshalb nur jene heruntergeladen werden. In Overpass-Turbo.eu folgende Abfrage (mit Chrome, Safari wollte nicht exportieren) durchgeführt, jeweils mit oder ohne Tagabfrage zur Linie die mich interessiert:
    <osm-script output="xml" timeout="25"> <query type="relation">
    <has-kv k="route" v="bus"/>
    <has-kv k="ref" v="190"/><!-- Hier Linie eingeben, bzw. Tag weglassen -->
    <bbox-query {{bbox}}/>
    </query>
    <print mode="meta"/>
    <recurse type="down"/>
    <print mode="meta" order="quadtile"/>
    </osm-script>
  2. JOSM starten und in den Einstellungen die Remote-Funktion aktivieren. So einstellen, dass Remote-Daten in ein neues Layer gespeichert werden. Ohne war ziemlich doof.
  3. in overpass-turbo.eu auf Export klicken, dort auf Direkt mit JOSM
  4. Die Daten werden in ein neues Layer in JOSM importiert und können dort editiert werden. Das Programm sieht etwas kryptisch aus (ist Java) funktioniert aber tadellos. Links unten kann man entscheiden, welche Paletten rechts auftauchen. Ich brauchte Relationen, Merkmale/Mitgliedschaften und Ebenen. Später kommen noch Prüfergebnisse dazu.
  5. Relationen basieren immer auf einer vorhandenen Geometrie, die aber, sofern eine Linie bereits vorhanden ist, schon passend von JOSM dazu geladen wurden.
  6. Legt man eine neue Linie an (wie ich die Linie 192), so braucht man die Straßengeometrien, die mir overpass-turbo.eu unter „Wizard“ unter dem Schlagwort „Straßennetz“ zur Verfügung stellt. Auch diese Daten wieder Direkt an JOSM schicken.
  7. Manche der Straßen über die mein Bus rollert, sind nicht als relevante Straße verschlagwortet, wodurch sie nicht über die Abfrage kommen. An jenen Stellen müssen Daten nachgeladen werden. An dieser Stelle habe ich direkt JOSM bemüht. Wichtig: Ein Müllllayer anlegen und aktivieren, dann auf das Icon zum herunterladen klicken. Relevanten Bereich wählen (sollte sehr klein sein, der Server meckert sonst!) und die Daten hereinladen. Anschließend die für die Lückenschließung relevanten Geometrien auswählen, kopieren (Cmd+C), das Layer wechseln und dort die Daten einfügen.
  8. Wie man Relationen editiert schreibe ich hier nicht rein, dazu gibt es bereits hinreichende Anleitungen. Einzig der Hinweis auf das neue Schema sei gestattet: link
  9. Nach diesem neuen Schema gibt es sowas wie Alternativrouten innerhalb einer Relation nicht mehr (das gab es vorher), sondern jede Fahrvariante, soll als neue Relation angelegt werden. Bei meinem Testfall, der Linie 192 bedeutet das, dass ich bei 7 Fahrten am Tag, 7 verschiedene Relationen anlegen musste.
  10. Anschließend wird versucht die neue Relation hochzuladen, woran uns aber die validation hindert. Alle (oder die meisten) Fehler sollte man ausräumen. Das dauert eine gewisse Zeit, insb. wenn man eine 46km lang Busroute als ersten Editierungsversuch neu anlegt ^^. Ist es hochgeladen wird es beinahe sofort auf den obenstreetmap-Servern (bzw. www.öpnvkarte.de) sichtbar.

Nachdem ich also herausgefunden hatte wie man OSM-Daten editiert (ist nicht so schwer, braucht aber halt etwas Zeit, primär weil man ziemlich viel nachschlagen muss, wie die Elemente nun zu attributieren sind), machte ich mich daran herauszufinden, was man denn mit so einer ÖV-Route anfangen kann. Ich dachte mir, dass schon irgendwer aus den OSM-Daten irgendwas Verkehrssimulationsmäßiges gemacht hat, aber soweit ich das überblicken kann, ist die Lage da eher solala. Entscheidend scheint zu sein, dass man an sogenannte GTFS-Daten kommt. GTFS ist ein Austauschformat das seit ein paar Jahren anerkannter offener Standard ist. Der Nachteil: In Deutschland ist das noch nicht angekommen. Zum einen, weil wir dank der Deutschen Bahn ein wunderbar funktionierendes und zentralisiertes Auskunftssystem haben. Es braucht garkeine Informatikpunks, die etwas alternatives aufbauen. Außerdem haben wir Verkehrsverbünde, wieder zentralisierte Einheiten, die die Netzplanung machen. Die brauchen die Daten und die haben die Daten. Es gibt bereits etablierte Schnittstellen der ÖV-Betriebe die genutzt werden (aber an die Privatleute nicht dran kommen).

GTFS-Daten. Vom NVV sind die nicht zu bekommen. Einerseits weil sie sie selbst nicht haben und Andererseits weil die hessischen Verkehrsverbünde viel mit Politik zu tun haben…

Also hilft für den Moment nur: Selber machen.

Es gibt verschiedene Ansätze:

  • osm2gtfs.js – ist eine Javascript-Bibliothek die ich nicht verstanden habe.
  • osm2gtfs ist eine Visual-Studio-Applikation für Windows, die lediglich rudimentär funktioniert. Ich habe zwar die Haltestellen als gtfs mit dieser Software bekommen, alles andere hat aber nicht funktioniert. (UPDATE: Das Locale hat es wohl kaputt gemacht: Punkt vs. Komma… Microsoft…)
  • GTFS-OSM-Sync ist eine Java-Applikation um GTFS-Daten mit OSM-Daten zu vergleichen und bei Änderungen in einem der Datensätze dem Benutzer Hinweise zu geben, was zu ändern ist.
  • gtfs-edit ist eine Java-Applikation mit Web-GUI. Sehr solide Oberfläche, aber noch mit rudimentärem Funktionsumfang. Zum Beispiel kann es keine Geometrien importieren und somit bekomme ich die OSM-Daten da nicht so ohne weiteres rein. Der Editor kann lediglich GTFS-Daten importieren. Aber die habe ich ja noch nicht ^^. Ich habe mich aber mal an den Code gewagt: Die GUI besteht primär aus JavaScript wodurch ich in der Lage sein sollte, das selbstständig zu erweitern. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sie für das Setzen der Geometrien (a.k.a. Haltestellen) Leaflet.js und Leaflet.draw.js verwenden, d.h. ich kann sicher auf Leaflet.osm.js dazu nutzen um die Haltestellen zu setzen. gtfs-edit unterstützt leider bisher nicht die shapes.txt der GTFS-Datenstruktur, so dass die Mehrzahl der OSM-Daten in Bezug auf GTFS verworfen werden, aber an anderer Stelle kann man diese Daten sicher noch sinnvoll nutzen.
  • UPDATE: Es gibt auch noch GTFS-Maker das auf OSM-Daten zu basieren scheint. Da die Dokumentation aber ausschließlich auf italienisch (esperanto?) ist, bin ich etwas unschlüssig was es tut… Hm. Sieht ziemlich gut aus, wenn man den „fixes“ Branch wählt… braucht aber noch Arbeit, ist noch ziemlich im Entwicklungszustand (seit einem Jahr stalled…).

Das OK Lab Ulm hat eine Livemap des Ulmer ÖPNV gebastelt und via Github veröffentlicht. Hätte man GTFS-Daten, könnte man diese Software (auch JavaScript) hervorragend auf Nordhessen umbauen und von da aus wer weiß was machen. Im Moment träume ich ja von einem Partizipationsbaukasten auf Basis dieser Software. Dynamisch die GTFS-Daten anpassen lassen und so Umsteigezeiten optimieren, etc. Und da das alles JavaScript ist, muss man noch nicht mal einen Leistungsfähigen Server haben. Das ist alles im Browser machbar. :) Aber das ist alles sehr viel Arbeit. Und ich habe noch nicht mal GTFS-Daten…

 

InDesign und JavaScript: Schön gedacht, nur nicht zuende.

Ich habe mich gestern Abend und heute MIttag recht ausführlich mit der Datenzusammenfügungsfunktion von InDesign auseinandergesetzt. Dabei habe ich festgestellt, dass die zwar praktisch ist, dass die große Einschränkung aber ist, dass Zeilenumbrüche in der Quell-CSV nicht vernünftig verarbeitet werden. Ich habe dann die CSV mittels GREP und Textwrangler soweit bearbeitet dass alle Umbrüche außer die am Ende jeder Zeile gelöscht wurden. Dann hat der Import geklappt, aber schön ist das ja bei längeren Texten nicht.

Ich habe auch versucht mittels JavaScript qr-codes während des Importprozesses automatisch zu erzeugen, bin aber daran gescheitert, dass es zwischen den einzelnen Datenzeilen keinen Event gibt auf den ich mit einem EventListener im JavaScript hören und mit einem zwischengeschobenen Script reagieren hätte können. Da muss Adobe nachbessern. Und auch bei der Dokumentation muss Adobe nachbessern. Selbst liefern sie keine wirkliche Dokumentation zu den eingebauten Funktionen. Das MIT hat aber da mal was zusammengeschrieben…

Also habe ich versucht ein eigenes Script zu schreiben das durch alle Seiten durchfliegt die richtigen Elemente auswählt dort die Daten ausliest (ein Textfeld mit der URL) und das an das Element mit dem qr-Code drin übergibt auf dass ein neuer qr-code generiert wird. Soweit müsste(!) es funktionieren: Nur leider sagt mir InDesign immer dass das TextFeld mit der URL inValid ist. Bisher habe ich den Fehler nicht gefunden.

Und dann war ich unzufrieden damit, dass die Zeilenumbrüche im Import gelöscht werden müssen und dachte mir, dass man dann wohl die Daten mit Umbrüchen in einem csv-Datenfeld kodieren müsste. klassisches wäre urlencode() im JavaScript gewesen, aber dann müsste ich irgendein Script schreiben, das mir die CSV einliest, kodiert und wieder ausgibt. Ich habe jQuery.csv gefunden was das einlesen und kodieren, aber leider nicht wieder ausgeben kann. In Entwicklung :( – Diese verdammten CSVs immer :(

Dann dachte ich, dass ich vielleicht einfach die Datenbank zum kodieren verwende. MySQL in dem die Daten vorliegen unterstützt aber keine native Codierung, d.h. ich müsste auf die Daten über Python&Co zugreifen, auslesen, kodieren und wieder abspeichern. Würde gehen, dauert aber das Python-Script zu schreiben. So geübt bin ich zur Zeit nicht.

Jetzt habe ich herausgefunden, dass ein netter Mensch für googleDocs ein Script geschrieben hat, das base64-encoding als google.calc-Funktion zur Verfügung stellt. base64 wird genutzt um emails durch den Äther zu schicken. Und dann habe ich crypto-js gefunden, was das im InDesign wieder rückgängig machen könnte.

Und dann stelle ich fest, dass ich ja auch einfach im google.calc ein eigenes Script schreiben könnte, dass mir mit der JavaScript-Standardfunktion urlencode() meine Daten kodieren könnte. Und urldecode() müsste auch in InDesign einfach so möglich sein. *Handvornkopfklatsch*

So viel rumgegoogle, wenn man auch es einfach einfach machen hätte können 😉 Statt mit blöden intermediate-csv-daten einfach in den Originaldaten arbeiten und gut ist!

Nur muss ich dann immer noch herausfinden wie ich die Daten in den verdammten Textfeldern anfasse und verändere. Das ist aber ein Projekt für später, jetzt muss ich mal was sinnvolles machen.

Spatial Justice von Edward Soja: Und das Rätsel wie man das verstehen soll ohne die Vorgängertheorien auswendig zu können.

Ich stelle fest, dass ich nicht dazu geeignet bin soziologische Theorien so ohne weiteres und ohne praktische Beispiele zu verstehen.

Dahingehend bin ich sehr enttäuscht vom Seminar: Bisher diskutieren wir wirklich ausschließlich soziologische Theorien deren Anwendung in der Stadtplanung so gut wie überhaupt nicht genutzt werden kann. In der Stadtforschung kann das sicher hilfreich sein, aber dort auch nur wenn man harte Wissenschaft machen möchte. Hat das für die Ausbildung als Stadtplaner einen echten Wert?

Mir fehlt bisher die Möglichkeit die diskutierten Theorien so zu verstehen, dass sie in der Planung anwendbar werden. Die Theorien bauen aufeinander auf, sind ineinander verschachtelt und versuchen Gerechtigkeit bis ins kleinste Detail zu definieren und möglichst korrekt auf Papier zu bannen. Dabei kommt es mir vor wie die (Hochschul-)Mathematik oder String-Theorie der Stadt: Im System oder in 13 Dimensionen funktioniert das ganze perfekt. Nur wo ist es praktisch anwendbar?

Die einzige Anwendung die mir einfällt ist ein wissenschaftlich qualifiziertes Bewertungssystem für Gerechtigkeit. Soweit ist der Ansatz ja schonmal ganz schön: Gerechtigkeit messbar machen, kann sicher helfen soziale Krisen vorauszusehen und mit planerischen Mitteln gegen zu steuern. Nur sollte man dann nicht vielleicht lieber die empirischen Studien zum Thema angucken, statt die Theoretiker, die vorwiegend sich selbst und erst nachgeordnet den Empirikern nützen, zu lesen? Denn vielleicht kann man aus der Empirie ableiten welche Maßnahmen ganz besonders wirksam sind um einen höheren Score bei den Gerechtigkeitsmessystemen zu erreichen, hm?

Dann muss man sich aber auch fragen, ob man nicht mit einfacheren Mitteln Gerechtigkeit herstellen kann, als über ein hochkomplexes wissenschaftliches Bewertungsystem? Naja. Ich sollte still sein, was Monitoringsysteme angeht. Immerhin bin ich doch derjenige der die Stadt hinsichtlich der demographischen Entwicklung vermessen und einen möglichen Kollaps vorhersehen möchte.

Und noch etwas: Kann ein abstraktes Gerechtigkeits-Mess-system wirklich so genau sein, wie es unsere westliche und im vergleich mit Schwellen- und Entwicklungsländern sehr gerechte Welt hinreichend genau beschreiben kann? Ist das Thema Gerechtigkeitsmonitoring etwas für die “Erste Welt”?

Und wenn wir schon über Gerechtigkeit reden, warum dann nicht über die einzelnen Aspekte (und deren Wechselwirkungen) die Gerechtigkeit ausmachen?

Doch zurück zu Soja: Ich versuche gerade ein Interview mit ihm zu lesen, was angeblich sehr einfach zu lesen ist. Ich tu mich so schwer die vielen abstrakten Begriffe die ich lese mit Inhalt zu füllen und den Text wirklich zu verstehen. Ich habe den Eindruck als müsste ich die Theorien von Foucault und Lefebvre kennen…?

Ich habe den Eindruck, dass Soja wieder einen sehr anglophilen Blick hat und nicht so richtig relevant für ein deutsches Planungsverständnis ist. Er findet es bedeutsam, dass Stadtplaner an der UCLA enge Verbindungen mit Gewerkschaften haben. In Deutschland ist das doch normal dass Planer Linke Socken sind und dass Planung entsprechend um sozialen Ausgleich bemüht ist, oder?

Third Space ist irgendwie Quatsch. First Space = realer Raum, Second Space = persönliche Wahrnehmung und persönliche Interpretation des Raumes mit allen Bildern, Symbolen und Emotionen. Third Space der das vereint. Ja. Das nennt sich Realität. Er will also weg von den abstrakten Theorien die nur das eine oder das andere beinhalten? Das erscheint legitim aber ob man das so definieren muss? Hätte er auch einfach anders sagen können…

Die Dozentin hat mal gesagt, dass man in der Soziologie so ungefähr mit jedem der Theoretiker ein eigenes Semesterfüllendes Seminar veranstalten könnte. Vielleicht wäre das besser gewesen sich nur mit ein oder zwei zu beschäftigen damit man die dann zumindest als ungeübter verstehen kann… aber ich tu mich damit ja auch deutlich schwerer als alle anderen…

David Harvey ist irgendwie auch ein bisschen ein Verschwörungstheoretiker. Er klingt zumindest ähnlich.

Im Rahmen eines Projekts sollte ich eigentlich David Harvey gelesen haben, habe das aber in den letzten zwei Wochen in denen ich ohne die Wochenenden auskommen musste, nicht geschafft. Jetzt schaffe ich gerade noch ein bisschen über Harvey quer zu lesen. Zum Beispiel ein Interview in SPON.

Harvey behauptet darin, dass Städte für die Oberschicht gebaut werden. Er begründet dies mit der Bilbao-isierung der Metropolen dieser Welt und unterstellt dass vorwiegend durch diese Aktivitäten Städte teurer werden.

Ich möchte dagegen halten, dass man es nicht so einfach machen kann. Zum einen haben derartige Projekte sicher Auswirkung auf die städtischen Kassen, was aber nicht bedeutet, dass diese durch höhere Steuern oder ähnliches gefüllt werden und dadurch Stadt teurer wird. Wohl kann man aber behaupten, dass Städte dadurch attraktiver werden. Aber wo sorgt man sonst dafür dass Hochkultur gepflegt wird? Natürlich kann man an dieser Stelle ansetzen und fragen wieviel Hochkultur kann, muss und sollte sich eine Stadt leisten?

Grundsätzlich sind Städte für eine gewisse Klasse – für die kreative – attraktiver als andere Lebensorte, einfach dadurch dass mehr gleichgesinnte auf einem Fleck leben. Wir leben in einer Zeit – und in einer Wirtschaftsform – die von eben jener kreativen Klasse geprägt ist: Gerade in der westlichen Welt bricht das ökonomische System nur nicht zusammen, weil wir uns in einem sich stetig beschleunigenden Innovationszyklus befinden. Und diesen können wir nur aufrecht erhalten, wenn wir unsere kreative Klasse bei Laune und in Produktion halten. Klar, da kann man wieder fragen, ob das was diese “Eliten” uns bieten so hoch schätzen – also für so wichtig erachten – dass wir es jenen zumuten die nicht dazu gehören für die bilbao-ischen Infrastrukturen aufzukommen. Und das ist einfach eine politische Entscheidung.

Richtig, man könnte auch ohne Bilbaoisierung lebenswerte Städte haben, aber die Frage ist ob das auch klappt, wenn die einen da mitmachen und die anderen nicht. Der “real existierende Sozialismus” ist sehr wahrscheinlich daran gescheitert, dass die demokratische Teilhabe ungenügend war, aber ich glaube ein entscheidender Faktor war auch, dass man gesehen hat was andernorts – im anderen System – zumindest theoretisch erreichbar war. Und ich glaube auch die Harvey’schen Aussagen müssen das bedenken: Es lastet nunmal ein gewisser Marktdruck auf den Städten und in irgend einer Form muss eine Stadt da mit machen. Innovation ist zur Zeit allüberall nötig.

Die Alternative wären vernünftige regionale Wirtschaftskreisläufe. Das würde auch funktionieren. Nur müssten wir dann unsere Innovationserwartung zurückschrauben und akzeptieren, dass sich unsere wirtschaftliche Entwicklung deutlich verlangsamt. Meiner Meinung nach, wäre das aber der Inbegriff der Gerechtigkeit. Weil dann hätten Schwellen- und Entwicklungsländer auch die Chance aufzuholen und die Zeit nachhaltiges Wirtschaften und demoklratische wie soziale Standards zu etablieren. Denn unsere welt-wirtschaftliche macht beruht ausschließlich auf Ungerechtigkeit. Aber das ist eine globale Problematik die durch den Verzicht auf Hochkultur in den Städten der westlichen Welt nicht unbedingt zu erreichen ist. Das bedürfte eines groß angelegten systemischen Ansatzes und des bewussten Niedergangs vorherrschender Wirtschaftsstrukturen.

Harvey behauptet konkret, dass Städte wirtschaftstheoretisch betrachtet Monopolisten sind und impliziert damit – so mein Verständnis -, dass diese besonders reglementiert werden sollten. Denn Ziel eines Marxisten ist nunmal die Umwälzung des Kapitals von Reich nach Arm. Das unterstütze das ja grundsätzlich auch, nur messe ich vorgenannten Aspekten größere Bedeutung bei: Wir leben zur Zeit nunmal nicht in einer Zeit in dem man sich den absoluten Niedergang der Wirtschaftsstrukturen und den Verlust der kreativen Klasse leisten kann. Das geht erst, wenn man mit den regionalen Wirtschaftskreisläufen mal ernst gemacht hat.

Und nun zu dem was sich so liest wie mancher Erguss von Verschwörungstheoretikern: Harvey meint halt, dass die Immobilienblasen/der Immobilienboom dafür genutzt wird um Bürger durch Kredite Abhängig und gefügiger zu machen. Mag ja was dran sein, ich glaube aber nicht dass man sich von solchen Interpretation in seinem planerischen Handeln leiten lassen sollte. Der Wunsch nach einem Eigenheim ist da, ob er nun eingeflüstert wurde oder natürlicherweise entstand und das sollte man zumindest akzeptieren und nicht per se verteufeln. Dass man planerisch aus volkswirtschaftlichen Überlegungen und Gründen der Nachhaltigkeit dennoch dagegen anarbeiten sollte, ist selbstverständlich. Aber nicht um gegen das Kapital anzuarbeiten. Wegen manchen Tätigkeiten des Kapitals sind wir da wo wir sind.

Aber ja. Man muss sich ziemlich genau überlegen wann es an der Zeit ist dass man aussteigt. Bloß: Was ist der Indikator.

Versionskontrolle für Bilder und Layout

Im Projekt habe ich zur Zeit das Problem, dass ich die vielen verschiedenen Varianten einer zu erstellenden Postkarte nicht mehr auseinanderhalten kann und folglich nicht in der Lage bin, zwischen den verschiedenen Varianten zu entscheiden, Dinge zu kritisieren und so zu optimieren und eben so innerhalb der Gruppe zu einem Produkt zu kommen. Ich habe mich jetzt mal umgesehen nach einer Art Reddit oder Github für Bilder und Layout. Es gibt leider nicht so arg viel. Dennoch hier eine ungeordnete Liste.

1. Pixellapse

Online-Plattform zum cooperativen reviewen. Prinzipiell handelt es sich um eine auf Bilder und Grafiken spezialisierte Dropbox, die den Fokus auf die Versionskontrolle legt. Es gibt Desktop-Applikationen die für den schnellen Sync sorgen. Jede Version einer Datei wird gespeichert und kann online aufgerufen und mit vorherigen Versionen verglichen werden. Und entsprechend kommentiert werden, leider nur in Gänze.

Das ganze hat einen Freemium-Ansatz: 20 private Projekte, 1 private collaborateur, 1 private reviewer sind kostenlos (öffentlich zugängliche Projekte sind unbegrenzt möglich) und für alles weitere gibt größere Volumenpacks (“plans”).

(hier drüber gestolpert)

2. InVision

Ist ein auf Screendesign ausgerichtetes Tool für das kooperative reviewen. Es kann auch für Print genutzt werden auch wenn dass Tool es einem in keiner Form nahe legt. Angenehm ist, dass es, sofern man nur ein Projekt braucht, komplett kostenlos nutzbar ist. Mit beliebig vielen Kollaborateuren, soweit ich das verstanden habe. Wenn man sich mal zwei-drei Minuten damit auseinander gesetzt hat, macht es Spaß damit zu arbeiten. Es ist halt direkt: Mit Bobbeln auf was sich der Kommentar nun bezieht.

(hier drüber gestolpert)

3. LayerVault

Layervault legt den Fokus auf die online-Versionskontrolle. Ausschlusskriterium: Es ist Mac-Only. Und Versionskontrolle kann mein Betriebssystem OS X schon von Haus aus.

4 …

Mehr konnte ich nicht finden, was ich ziemlich schwach finde. Es gibt natürlich ordentliceh (Desktop-) Versionskontrolle-Applikationen, aber online mit kollaborativen Elementen: Nichts dergleichen. Enttäuschend.

Oder kennt jemand was?

Respberry Pi als AirPlay-Device

Interessant und ausprobiert:

http://jordanburgess.com/post/38986434391/raspberry-pi-airplay

Den Raspberry Pi im Flur von iTunes aus übers WLAN mit Musik versorgen. Das WLAN-Modul ist auf dem Weg zu mir. Auf dass der Raspberry Pi etwas mobiler wird :)

Ich mags.

 

Nächstes Ziel: Audio-USB-Stick dran, so dass ich damit es auch einen Audioeingang hat. Eine beliebige VoIP-Software (wie asterisk) drauf und in die eigene Wohnung hineinhorchen (bzw. von außen reinsprechen 😉 )

Spielkind Janne.

Prokrastination des Tages: Standalone-Monitoring

In meinem Bestreben, eine Software zu basteln, die sich unter Umständen mal vermarkten lässt hatte ich ja zuletzt untersucht inwiefern dies als QGIS-Plugin möglich ist.

Darauf aufbauen habe ich nun mal einfach angefangen was zu basteln (bisher nur GUI-rumgeschiebe…) und bin darauf gestoßen, dass ich eigentlich Quantum-GIS ausschließlich dazu brauche, Karten zu stylen. Und selbst dafür gäbe es andere Lösungen. Für die Datenberechnung, brauche ich also ausschließlich PostGIS. Und PostGIS als externes Programm, selbst wenn es GPL-Software ist, zu nutzen, hindert mich nicht daran meine GUI als Closed Source zu verhökern. (An diesem Punkt muss ich nochmal genauer in mich gehen, ob ich das ethisch-moralisch machen möchte und ob ich das politisch verantworten kann; aber das ist ein anderes Thema)

Dementsprechend feile ich jetzt daran ein eigenständiges Programm zu schreiben, das ausschließlich über die Schnittstellen des Betriebssystems (und nicht über fremde [GPL-]Bibliotheken) auf PostGIS zugreift (“auf Armeslänge”). Ist garnicht mal so kompliziert.

Nachtrag: Ich stelle fest, dass psycopg, was ich auch bisher aus QGIS heraus aufrufe, unter der LGPL-Lizenz steht und diese auch in proprietärer Software genutzt werden darf [en detail muss ich das noch recherchieren]. Schön. So muss ich also gar nicht so viel neu lernen. Eine Python-Bibliothek einzubinden hat den Vorteil, dass ich nicht für jedes einzelne Betriebssystem eine Lösung schreiben muss, sondern Python (und die Bibliothek) für mich die Connection übernimmt.

Nachtrag 2: Eine kommerzielle Lizenz für Qt (was meine GUI liefert) kostet schlanke 5500€ (plattformübergreifend) – Aber auch hier lese ich, dass Qt unter der LGPL zur Verfügung steht (oder stehen wird, das ist mir noch unklar).

Nachtrag 3: Bisher haben wir im Projekt Excel verwendet um Altersdöner herzustellen. In Zukunft würde ich das gerne automatisiert machen. R eignet sich. Auch für R gibt es eine Python-Bibliothek die durch proprietäre Software genutzt werden kann. Das weit verbreitetste RPy2 leider nicht (oder nur über einen Umweg), aber andere wie z.B. “R/SPlus – Python Interface” (BSD-Lizenz)

Prüfungsbericht

Es lief so ab: Zuerst werden die Kernthemen abgefragt. Eher oberflächlich mit einigen wenigen Fragen die in der Tiefe nachbohren, ob man auch tiefgreifenderes Wissen hat. Da muss man Glück haben, dass man eben genau dieses Wissen hat. Mit den ersten Fragestellungen kommt jeder klar der sich ein bisschen Vorbereitet hat. Bei den tieferen, sollte man die Texte recht genau gelesen, und reflektiert haben.

Es wird jeder einzeln dran genommen. Anschließend gab es einige wenige allgemeine Fragen nach dem Meldungsprinzip: Wer woltle, durfte Antworten. In der Schlussrunde wurden einzelne Prüflinge mit allgemeinen Fragen wild durcheinander aber persönlich gefragt. Da ging es darum, ob die Begriffe sitzen und ein Grundverständnis existiert.

Der Prof. reitet gerne auf Begrifflichkeiten rum: Man sollte die Begriffe extrem korrekt benutzen, darum gehts. Ich habe das nicht so gemacht, und habe es trotzdem irgendwie geschafft. Wenn ein Grundverständnis vorherrscht, kann man zumindest bestehen. Wenn gerade jemand anderes in die Mangel genommen wird, sollte man ruhig andeuten, dass man etwas dazu sagen könnte: Ich habe das nicht gemacht, gerade als es um Begrifflichkeiten geht und habe mich darüber geärgert. Nicht schüchtern sein!

Wer seine Erfahrungen teilen möchte, darf gerne kommentieren :)

 

Abschließende Abwägung: Gerichtsentscheidung

NN, 2012. Zur räumlichen Ausdehnung von Vorranggebieten für Windenergienutzung,

Ein Raumordnungsplan muss abschließend abgewogen sein und wird erst dann Bindungswirkung entfalten. Zwischenstände sind nicht zulässig, selbst wenn sich bereits eine Planänderung in Aufstellung befindet.

Insbesondere eine Ausschlusswirkung tritt außer Kraft, wenn die dazugehörigen Eignungs-/Vorranggebiete nicht abschließend abgewogen wurden.

Faktisch MUSS die Gemeinde der Privilegierung der Windenergie stattgeben und Flächen ausweisen. Eine verkappte Verhinderungsplanung ist nicht zulässig. Sollte bei einem – konzepthaften – Abwägungsprozess bei raus kommen, dass keine substanziellen Flächen über bleiben, so ist der Abwägungsprozess zu hinterfragen und ggf- neu aufzurollen.

Windhöffigkeit – also z.B. die Windgeschwindigkeit in 50m Höhe – ist auch ein Kriterium nach der die Regionalplanung entscheiden darf, sofern es in den Erkenntnissen des aktuellen technischen Standes begründet ist. UND AUCH NUR DANN, wenn nach der Abwägung substanziell Raum für Windkraft über bleibt. (hab ich [und Martin] das richtig verstanden?)

Dem planerischen Wille des Trägers der Planung ist stattzugeben. Das formulilerte Interesse ist eine schlüssige, gesamträumliche Planungskonzeption zu haben. Da dies die fehlerhafte Abwägung nicht zulässt, ist die gesamte, als Ziel formulierte Regelung der Windenergie hinfällig. (Boah! Abstrakt!)

Scheidler: Vorranggebiete zur Windenergienutzung

Allred Scheidler, 2012. Rechtsschutz gegen die Festsetzung von Vorrangflächen für die Windenergienutzung in Regionalplänen. UPR Umwelt und Planungsrecht, 2012(2), S. 58–63.

Die Seite 59 fehlt uns.

Der Rest: Grundsätzlich kann man sagen, dass der Text sich um die Klagebefugnis gegenüber den Regelungen eines Raumordnungsplanes auslässt. Meine Aufzeichnungen deuten an, dass auf Seite 59 steht, dass grundsätzlich nur klagen darf, bei dem eine Betroffenheit vorliegt. So ist das ja immer.

Kommunen sind über die Normenkontrollklage klagebefugt, auch ohne direkte Betroffenheit, vorrausgesetzt sie treten als Behörde auf und nicht als juristische Person öffentlichen Rechts (also als Selbstverwaltungskörperschaft). Prinzipiell ist Raumordnungstechnisch aber immer die Gemeinde als Behörde betroffen, da sie als lokale Planungsbehörde ihre Bebauungsplanung anzupassen hat.

Vorhabenträger sind in der Regel nur dann betroffen, wenn sie hoheitliche Aufgaben übernehmen, da die Raumordnung lediglich Behörden als Adressat hat. Seit der Neuregelung des §35 Abs 3 Satz 2 BauGB können auch private betroffen sein, wenn sie raumbedeutsame Vorhaben anstreben. Zuvor war die Raumordnung lediglich Abwägungsgegenstand der unteren Behörden und hatte keine direkte Wirkung auf einzelne Vorhaben (bauleitplanerischer Natur). Seit dem steht die Normenkontrollklage unter bestimmten Voraussetzung auch Privaten offen. -> Windenergie!

Bezüglich Nachbarn von Regelungen (die zum Beispiel von Immissionen betroffen sind) sind die regelungen noch etwas unklar. Grundsätzlich ist Nachbarn zwar einer Klagebefugnis einzuräumen, da sie auch von benachbarter Nutzung beeinträchtigt sein können, jedoch gibt es für diesen erhöhte Hürden: Die Betroffenheit muss schon sehr präzise im Vorfeld der Klage formuliert sein. Im Fall der Beeinträchtigung eines Jagdreviers durch Windenergie, hat das Gericht entschieden, dass obgleich das Vorranggebiet nah ans Jagdrevier bernreiche, die praktische Etablierung der Windkraftanlagen aber in großen Teilen, hinreichend Abstand vom Jagdgebiet des Klagenden haben werde. Abstandsgebote würden dies vorschreiben.

Denkmalschutz ist kein privates Belang und dementsprechend befähigt dies den Antragssteller nicht zur Klage. Auch der befürchtete Wertverlust einer Immobilie oder Landes befähigt nicht zur Klage.