InDesign und JavaScript: Schön gedacht, nur nicht zuende.

Ich habe mich gestern Abend und heute MIttag recht ausführlich mit der Datenzusammenfügungsfunktion von InDesign auseinandergesetzt. Dabei habe ich festgestellt, dass die zwar praktisch ist, dass die große Einschränkung aber ist, dass Zeilenumbrüche in der Quell-CSV nicht vernünftig verarbeitet werden. Ich habe dann die CSV mittels GREP und Textwrangler soweit bearbeitet dass alle Umbrüche außer die am Ende jeder Zeile gelöscht wurden. Dann hat der Import geklappt, aber schön ist das ja bei längeren Texten nicht.

Ich habe auch versucht mittels JavaScript qr-codes während des Importprozesses automatisch zu erzeugen, bin aber daran gescheitert, dass es zwischen den einzelnen Datenzeilen keinen Event gibt auf den ich mit einem EventListener im JavaScript hören und mit einem zwischengeschobenen Script reagieren hätte können. Da muss Adobe nachbessern. Und auch bei der Dokumentation muss Adobe nachbessern. Selbst liefern sie keine wirkliche Dokumentation zu den eingebauten Funktionen. Das MIT hat aber da mal was zusammengeschrieben…

Also habe ich versucht ein eigenes Script zu schreiben das durch alle Seiten durchfliegt die richtigen Elemente auswählt dort die Daten ausliest (ein Textfeld mit der URL) und das an das Element mit dem qr-Code drin übergibt auf dass ein neuer qr-code generiert wird. Soweit müsste(!) es funktionieren: Nur leider sagt mir InDesign immer dass das TextFeld mit der URL inValid ist. Bisher habe ich den Fehler nicht gefunden.

Und dann war ich unzufrieden damit, dass die Zeilenumbrüche im Import gelöscht werden müssen und dachte mir, dass man dann wohl die Daten mit Umbrüchen in einem csv-Datenfeld kodieren müsste. klassisches wäre urlencode() im JavaScript gewesen, aber dann müsste ich irgendein Script schreiben, das mir die CSV einliest, kodiert und wieder ausgibt. Ich habe jQuery.csv gefunden was das einlesen und kodieren, aber leider nicht wieder ausgeben kann. In Entwicklung 🙁 – Diese verdammten CSVs immer 🙁

Dann dachte ich, dass ich vielleicht einfach die Datenbank zum kodieren verwende. MySQL in dem die Daten vorliegen unterstützt aber keine native Codierung, d.h. ich müsste auf die Daten über Python&Co zugreifen, auslesen, kodieren und wieder abspeichern. Würde gehen, dauert aber das Python-Script zu schreiben. So geübt bin ich zur Zeit nicht.

Jetzt habe ich herausgefunden, dass ein netter Mensch für googleDocs ein Script geschrieben hat, das base64-encoding als google.calc-Funktion zur Verfügung stellt. base64 wird genutzt um emails durch den Äther zu schicken. Und dann habe ich crypto-js gefunden, was das im InDesign wieder rückgängig machen könnte.

Und dann stelle ich fest, dass ich ja auch einfach im google.calc ein eigenes Script schreiben könnte, dass mir mit der JavaScript-Standardfunktion urlencode() meine Daten kodieren könnte. Und urldecode() müsste auch in InDesign einfach so möglich sein. *Handvornkopfklatsch*

So viel rumgegoogle, wenn man auch es einfach einfach machen hätte können 😉 Statt mit blöden intermediate-csv-daten einfach in den Originaldaten arbeiten und gut ist!

Nur muss ich dann immer noch herausfinden wie ich die Daten in den verdammten Textfeldern anfasse und verändere. Das ist aber ein Projekt für später, jetzt muss ich mal was sinnvolles machen.

Spatial Justice von Edward Soja: Und das Rätsel wie man das verstehen soll ohne die Vorgängertheorien auswendig zu können.

Ich stelle fest, dass ich nicht dazu geeignet bin soziologische Theorien so ohne weiteres und ohne praktische Beispiele zu verstehen.

Dahingehend bin ich sehr enttäuscht vom Seminar: Bisher diskutieren wir wirklich ausschließlich soziologische Theorien deren Anwendung in der Stadtplanung so gut wie überhaupt nicht genutzt werden kann. In der Stadtforschung kann das sicher hilfreich sein, aber dort auch nur wenn man harte Wissenschaft machen möchte. Hat das für die Ausbildung als Stadtplaner einen echten Wert?

Mir fehlt bisher die Möglichkeit die diskutierten Theorien so zu verstehen, dass sie in der Planung anwendbar werden. Die Theorien bauen aufeinander auf, sind ineinander verschachtelt und versuchen Gerechtigkeit bis ins kleinste Detail zu definieren und möglichst korrekt auf Papier zu bannen. Dabei kommt es mir vor wie die (Hochschul-)Mathematik oder String-Theorie der Stadt: Im System oder in 13 Dimensionen funktioniert das ganze perfekt. Nur wo ist es praktisch anwendbar?

Die einzige Anwendung die mir einfällt ist ein wissenschaftlich qualifiziertes Bewertungssystem für Gerechtigkeit. Soweit ist der Ansatz ja schonmal ganz schön: Gerechtigkeit messbar machen, kann sicher helfen soziale Krisen vorauszusehen und mit planerischen Mitteln gegen zu steuern. Nur sollte man dann nicht vielleicht lieber die empirischen Studien zum Thema angucken, statt die Theoretiker, die vorwiegend sich selbst und erst nachgeordnet den Empirikern nützen, zu lesen? Denn vielleicht kann man aus der Empirie ableiten welche Maßnahmen ganz besonders wirksam sind um einen höheren Score bei den Gerechtigkeitsmessystemen zu erreichen, hm?

Dann muss man sich aber auch fragen, ob man nicht mit einfacheren Mitteln Gerechtigkeit herstellen kann, als über ein hochkomplexes wissenschaftliches Bewertungsystem? Naja. Ich sollte still sein, was Monitoringsysteme angeht. Immerhin bin ich doch derjenige der die Stadt hinsichtlich der demographischen Entwicklung vermessen und einen möglichen Kollaps vorhersehen möchte.

Und noch etwas: Kann ein abstraktes Gerechtigkeits-Mess-system wirklich so genau sein, wie es unsere westliche und im vergleich mit Schwellen- und Entwicklungsländern sehr gerechte Welt hinreichend genau beschreiben kann? Ist das Thema Gerechtigkeitsmonitoring etwas für die “Erste Welt”?

Und wenn wir schon über Gerechtigkeit reden, warum dann nicht über die einzelnen Aspekte (und deren Wechselwirkungen) die Gerechtigkeit ausmachen?

Doch zurück zu Soja: Ich versuche gerade ein Interview mit ihm zu lesen, was angeblich sehr einfach zu lesen ist. Ich tu mich so schwer die vielen abstrakten Begriffe die ich lese mit Inhalt zu füllen und den Text wirklich zu verstehen. Ich habe den Eindruck als müsste ich die Theorien von Foucault und Lefebvre kennen…?

Ich habe den Eindruck, dass Soja wieder einen sehr anglophilen Blick hat und nicht so richtig relevant für ein deutsches Planungsverständnis ist. Er findet es bedeutsam, dass Stadtplaner an der UCLA enge Verbindungen mit Gewerkschaften haben. In Deutschland ist das doch normal dass Planer Linke Socken sind und dass Planung entsprechend um sozialen Ausgleich bemüht ist, oder?

Third Space ist irgendwie Quatsch. First Space = realer Raum, Second Space = persönliche Wahrnehmung und persönliche Interpretation des Raumes mit allen Bildern, Symbolen und Emotionen. Third Space der das vereint. Ja. Das nennt sich Realität. Er will also weg von den abstrakten Theorien die nur das eine oder das andere beinhalten? Das erscheint legitim aber ob man das so definieren muss? Hätte er auch einfach anders sagen können…

Die Dozentin hat mal gesagt, dass man in der Soziologie so ungefähr mit jedem der Theoretiker ein eigenes Semesterfüllendes Seminar veranstalten könnte. Vielleicht wäre das besser gewesen sich nur mit ein oder zwei zu beschäftigen damit man die dann zumindest als ungeübter verstehen kann… aber ich tu mich damit ja auch deutlich schwerer als alle anderen…