OSM und der öffentliche Verkehr

Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit Open Street Map und mit Offenen Daten den öffentlichen Verkehr betreffend beschäftigt. Folgendes mag ich mir merken:

JOSM ist der Editor der Wahl, wenn es um die Bearbeitung von Open Street Map geht. Es arbeitet sowohl mit Java7 als auch mit Java8. Richtig vollständig ist es aber nur, wenn man es zusammen mit Overpass-Turbo.eu verwendet, denn JOSM selbst kann zwar OSM-Daten Laden, dann aber nur den vollen Datensatz der entsprechenden Region. Und da es bei den öffentlichen Verkehren die ich betrachtet habe um recht lange Strecken ging, hat das den Server vollständig überfordert.

Letztendlich bin ich so vorgegangen:

  1. Für den öffentlichen Verkehr sind die sogenannten Relations relevant, weshalb nur jene heruntergeladen werden. In Overpass-Turbo.eu folgende Abfrage (mit Chrome, Safari wollte nicht exportieren) durchgeführt, jeweils mit oder ohne Tagabfrage zur Linie die mich interessiert:
    <osm-script output="xml" timeout="25"> <query type="relation">
    <has-kv k="route" v="bus"/>
    <has-kv k="ref" v="190"/><!-- Hier Linie eingeben, bzw. Tag weglassen -->
    <bbox-query {{bbox}}/>
    </query>
    <print mode="meta"/>
    <recurse type="down"/>
    <print mode="meta" order="quadtile"/>
    </osm-script>
  2. JOSM starten und in den Einstellungen die Remote-Funktion aktivieren. So einstellen, dass Remote-Daten in ein neues Layer gespeichert werden. Ohne war ziemlich doof.
  3. in overpass-turbo.eu auf Export klicken, dort auf Direkt mit JOSM
  4. Die Daten werden in ein neues Layer in JOSM importiert und können dort editiert werden. Das Programm sieht etwas kryptisch aus (ist Java) funktioniert aber tadellos. Links unten kann man entscheiden, welche Paletten rechts auftauchen. Ich brauchte Relationen, Merkmale/Mitgliedschaften und Ebenen. Später kommen noch Prüfergebnisse dazu.
  5. Relationen basieren immer auf einer vorhandenen Geometrie, die aber, sofern eine Linie bereits vorhanden ist, schon passend von JOSM dazu geladen wurden.
  6. Legt man eine neue Linie an (wie ich die Linie 192), so braucht man die Straßengeometrien, die mir overpass-turbo.eu unter „Wizard“ unter dem Schlagwort „Straßennetz“ zur Verfügung stellt. Auch diese Daten wieder Direkt an JOSM schicken.
  7. Manche der Straßen über die mein Bus rollert, sind nicht als relevante Straße verschlagwortet, wodurch sie nicht über die Abfrage kommen. An jenen Stellen müssen Daten nachgeladen werden. An dieser Stelle habe ich direkt JOSM bemüht. Wichtig: Ein Müllllayer anlegen und aktivieren, dann auf das Icon zum herunterladen klicken. Relevanten Bereich wählen (sollte sehr klein sein, der Server meckert sonst!) und die Daten hereinladen. Anschließend die für die Lückenschließung relevanten Geometrien auswählen, kopieren (Cmd+C), das Layer wechseln und dort die Daten einfügen.
  8. Wie man Relationen editiert schreibe ich hier nicht rein, dazu gibt es bereits hinreichende Anleitungen. Einzig der Hinweis auf das neue Schema sei gestattet: link
  9. Nach diesem neuen Schema gibt es sowas wie Alternativrouten innerhalb einer Relation nicht mehr (das gab es vorher), sondern jede Fahrvariante, soll als neue Relation angelegt werden. Bei meinem Testfall, der Linie 192 bedeutet das, dass ich bei 7 Fahrten am Tag, 7 verschiedene Relationen anlegen musste.
  10. Anschließend wird versucht die neue Relation hochzuladen, woran uns aber die validation hindert. Alle (oder die meisten) Fehler sollte man ausräumen. Das dauert eine gewisse Zeit, insb. wenn man eine 46km lang Busroute als ersten Editierungsversuch neu anlegt ^^. Ist es hochgeladen wird es beinahe sofort auf den obenstreetmap-Servern (bzw. www.öpnvkarte.de) sichtbar.

Nachdem ich also herausgefunden hatte wie man OSM-Daten editiert (ist nicht so schwer, braucht aber halt etwas Zeit, primär weil man ziemlich viel nachschlagen muss, wie die Elemente nun zu attributieren sind), machte ich mich daran herauszufinden, was man denn mit so einer ÖV-Route anfangen kann. Ich dachte mir, dass schon irgendwer aus den OSM-Daten irgendwas Verkehrssimulationsmäßiges gemacht hat, aber soweit ich das überblicken kann, ist die Lage da eher solala. Entscheidend scheint zu sein, dass man an sogenannte GTFS-Daten kommt. GTFS ist ein Austauschformat das seit ein paar Jahren anerkannter offener Standard ist. Der Nachteil: In Deutschland ist das noch nicht angekommen. Zum einen, weil wir dank der Deutschen Bahn ein wunderbar funktionierendes und zentralisiertes Auskunftssystem haben. Es braucht garkeine Informatikpunks, die etwas alternatives aufbauen. Außerdem haben wir Verkehrsverbünde, wieder zentralisierte Einheiten, die die Netzplanung machen. Die brauchen die Daten und die haben die Daten. Es gibt bereits etablierte Schnittstellen der ÖV-Betriebe die genutzt werden (aber an die Privatleute nicht dran kommen).

GTFS-Daten. Vom NVV sind die nicht zu bekommen. Einerseits weil sie sie selbst nicht haben und Andererseits weil die hessischen Verkehrsverbünde viel mit Politik zu tun haben…

Also hilft für den Moment nur: Selber machen.

Es gibt verschiedene Ansätze:

  • osm2gtfs.js – ist eine Javascript-Bibliothek die ich nicht verstanden habe.
  • osm2gtfs ist eine Visual-Studio-Applikation für Windows, die lediglich rudimentär funktioniert. Ich habe zwar die Haltestellen als gtfs mit dieser Software bekommen, alles andere hat aber nicht funktioniert. (UPDATE: Das Locale hat es wohl kaputt gemacht: Punkt vs. Komma… Microsoft…)
  • GTFS-OSM-Sync ist eine Java-Applikation um GTFS-Daten mit OSM-Daten zu vergleichen und bei Änderungen in einem der Datensätze dem Benutzer Hinweise zu geben, was zu ändern ist.
  • gtfs-edit ist eine Java-Applikation mit Web-GUI. Sehr solide Oberfläche, aber noch mit rudimentärem Funktionsumfang. Zum Beispiel kann es keine Geometrien importieren und somit bekomme ich die OSM-Daten da nicht so ohne weiteres rein. Der Editor kann lediglich GTFS-Daten importieren. Aber die habe ich ja noch nicht ^^. Ich habe mich aber mal an den Code gewagt: Die GUI besteht primär aus JavaScript wodurch ich in der Lage sein sollte, das selbstständig zu erweitern. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sie für das Setzen der Geometrien (a.k.a. Haltestellen) Leaflet.js und Leaflet.draw.js verwenden, d.h. ich kann sicher auf Leaflet.osm.js dazu nutzen um die Haltestellen zu setzen. gtfs-edit unterstützt leider bisher nicht die shapes.txt der GTFS-Datenstruktur, so dass die Mehrzahl der OSM-Daten in Bezug auf GTFS verworfen werden, aber an anderer Stelle kann man diese Daten sicher noch sinnvoll nutzen.
  • UPDATE: Es gibt auch noch GTFS-Maker das auf OSM-Daten zu basieren scheint. Da die Dokumentation aber ausschließlich auf italienisch (esperanto?) ist, bin ich etwas unschlüssig was es tut… Hm. Sieht ziemlich gut aus, wenn man den „fixes“ Branch wählt… braucht aber noch Arbeit, ist noch ziemlich im Entwicklungszustand (seit einem Jahr stalled…).

Das OK Lab Ulm hat eine Livemap des Ulmer ÖPNV gebastelt und via Github veröffentlicht. Hätte man GTFS-Daten, könnte man diese Software (auch JavaScript) hervorragend auf Nordhessen umbauen und von da aus wer weiß was machen. Im Moment träume ich ja von einem Partizipationsbaukasten auf Basis dieser Software. Dynamisch die GTFS-Daten anpassen lassen und so Umsteigezeiten optimieren, etc. Und da das alles JavaScript ist, muss man noch nicht mal einen Leistungsfähigen Server haben. Das ist alles im Browser machbar. 🙂 Aber das ist alles sehr viel Arbeit. Und ich habe noch nicht mal GTFS-Daten…

 

Versionskontrolle für Bilder und Layout

Im Projekt habe ich zur Zeit das Problem, dass ich die vielen verschiedenen Varianten einer zu erstellenden Postkarte nicht mehr auseinanderhalten kann und folglich nicht in der Lage bin, zwischen den verschiedenen Varianten zu entscheiden, Dinge zu kritisieren und so zu optimieren und eben so innerhalb der Gruppe zu einem Produkt zu kommen. Ich habe mich jetzt mal umgesehen nach einer Art Reddit oder Github für Bilder und Layout. Es gibt leider nicht so arg viel. Dennoch hier eine ungeordnete Liste.

1. Pixellapse

Online-Plattform zum cooperativen reviewen. Prinzipiell handelt es sich um eine auf Bilder und Grafiken spezialisierte Dropbox, die den Fokus auf die Versionskontrolle legt. Es gibt Desktop-Applikationen die für den schnellen Sync sorgen. Jede Version einer Datei wird gespeichert und kann online aufgerufen und mit vorherigen Versionen verglichen werden. Und entsprechend kommentiert werden, leider nur in Gänze.

Das ganze hat einen Freemium-Ansatz: 20 private Projekte, 1 private collaborateur, 1 private reviewer sind kostenlos (öffentlich zugängliche Projekte sind unbegrenzt möglich) und für alles weitere gibt größere Volumenpacks (“plans”).

(hier drüber gestolpert)

2. InVision

Ist ein auf Screendesign ausgerichtetes Tool für das kooperative reviewen. Es kann auch für Print genutzt werden auch wenn dass Tool es einem in keiner Form nahe legt. Angenehm ist, dass es, sofern man nur ein Projekt braucht, komplett kostenlos nutzbar ist. Mit beliebig vielen Kollaborateuren, soweit ich das verstanden habe. Wenn man sich mal zwei-drei Minuten damit auseinander gesetzt hat, macht es Spaß damit zu arbeiten. Es ist halt direkt: Mit Bobbeln auf was sich der Kommentar nun bezieht.

(hier drüber gestolpert)

3. LayerVault

Layervault legt den Fokus auf die online-Versionskontrolle. Ausschlusskriterium: Es ist Mac-Only. Und Versionskontrolle kann mein Betriebssystem OS X schon von Haus aus.

4 …

Mehr konnte ich nicht finden, was ich ziemlich schwach finde. Es gibt natürlich ordentliceh (Desktop-) Versionskontrolle-Applikationen, aber online mit kollaborativen Elementen: Nichts dergleichen. Enttäuschend.

Oder kennt jemand was?

Respberry Pi als AirPlay-Device

Interessant und ausprobiert:

http://jordanburgess.com/post/38986434391/raspberry-pi-airplay

Den Raspberry Pi im Flur von iTunes aus übers WLAN mit Musik versorgen. Das WLAN-Modul ist auf dem Weg zu mir. Auf dass der Raspberry Pi etwas mobiler wird 🙂

Ich mags.

 

Nächstes Ziel: Audio-USB-Stick dran, so dass ich damit es auch einen Audioeingang hat. Eine beliebige VoIP-Software (wie asterisk) drauf und in die eigene Wohnung hineinhorchen (bzw. von außen reinsprechen 😉 )

Spielkind Janne.

Softwarelizenzen bei der Pluginentwicklung. Eine kleine Recherche.

Ich bin ja schon länger mit verschiedenen Programmierprojekten betraut. zum Beispiel mein Thekendienst-Plugin für WordPress oder das Einwohnermelderegister-Verortungs-Plugin für QGIS, dass ich im Rahmen meines letzten Studienprojektes geschrieben habe.

Da nun ansteht das ein bisschen auszubauen, muss ich mich mal ein bisschen mit Softwarelizenzen auseinandersetzen. Bisher habe ich einfach alles was ich so produziert habe unter der Lizenz der “Muttersoftware” veröffentlicht. Da konnte ich nichts falsch machen. Nun bin ich aber einigen sehr speziellen Anwendungen dran, die für mich evtl. aus berufliche Zukunft taugen würden. Obgleich ich ein großer Freund von Freier Software bin möchte ich mir zumindest die Option eröffnen, das ein oder andere zu vermarkten.

Eine codetechnische Anpassung einer Software die unter einer entsprechenden freien Lizenz steht, muss ich bei Veröffentlichung eben auch unter dieser Lizenz weiterveröffentlichen. Soweit habe ich also mit meinen bisherigen Projekten alles richtig gemacht. Was mir aber auch eingeräumt wird, was ich so bewusst noch nicht wusste, dass ich das umgehen kann, indem ich einfach nicht veröffentliche, sondern meine Anpassungen am Programmcode ausschließlich in-house und durch mich benutze.

Ich schreibe gerade (oder genauer: plane zu schreiben) an einer GIS-Software für ein Demographiemonitoring für den ländlichen Raum mit planerischen Zielstellungen. Das ist etwas, was zur Zeit noch von einigen wenigen Büros und Institutionen gemacht wird, vorwiegend als Dienstleistung, aber höchstens mit kommerziellen Softwareprodukten für INGRADA oder ArcGIS.

Eine Software für freie GIS-Programme (die auch Lizenzabgabenfrei sind und folglich flächendeckend erschwinglich sind) gibt es – soweit ich den Überblick habe – noch nicht. Nun stellt sich die Frage, inwiefern man Erweiterungen für diese Programme kommerziell vermarkten kann. Rein rechtlich. Technisch ist das alles sehr machbar, weil die Software meiner Wahl, Quantum GIS, sehr modular aufgebaut ist, es also eine Schnittstelle für Plugins gibt.

Wie oben geschrieben: Ich darf durchaus mit einer eigenen Software-Anpassung kommerziell tätig sein, allerdings lediglich als Dienstleister. Ich darf also meine Softwareerweiterung nicht als Closed-Source Software (mit Lizenzgebühren) vermarkten. Nun stellt sich die Frage, ob Plugins, die ja mit dem eigentlichen Programmcode des Programms nichts zu tun haben, sondern lediglich deren Programmfunktionen nutzen, als Softwareanpassung gelten, oder aber als eigenständiges Produkt.

Bisher habe ich noch keinerlei Erweiterungen für das Programm gefunden, die man käuflich erwerben könnte, die also als eigenständiges (im juristischen Sinne) Softwareprodukt vermarktet werden. Das legt die Vermutung nahe, dass das nicht möglich ist. Aber bevor ich das als Wahrheit postuliere, muss ich das nochmal genauer prüfen.

Ein paar Quellen nutze ich.

Und eigentlich braucht es nur diese Quellen, damit hier jeder Leser den Überblick bekommen kann. Wichtigste Zitate wie ich meine (von gnu.org):

However, in many cases you can distribute the GPL-covered software alongside your proprietary system. To do this validly, you must make sure that the free and non-free programs communicate at arms length, that they are not combined in a way that would make them effectively a single program.

Und ganz konkret (von gis.stackexchange):

You cannot :

  • use a proprietary (or non-gpl compliant) python module in your plugin importing a qgis module
  • link (as in compilation link) your plugin (c++ or python) with any proprietary or non-gpl compliant library.

You can :

  • Execute an external application, whatever its licence, from your plugin, exchanging data through files for example
  • Call a webservice or a socket-based service to a proprietary server application

So ganz klar ist das aber immer noch nicht. Zum Beispiel schreibt meine erste Quelle da oben, mit Verweis auf die EU-Richtlinie 91/250/EWG, dass das Nutzen von “Schnittstellen” (auch “api” genannt) durchaus eine normale Funktion eines Programms sein kann und folglich den Sachverhalt “Armeslänge” erfüllt wäre. Die Frage ist, was ist API und was ist Bibliothek. Bei Plugins, die im Sinne nachfolgenden Zitats als Komponentenschnittstelle gelten, ist das nicht so wirklich deutlich:

Bei der Frage, ob Komponentenschnittstellen eigenständige Werke trennen, zeigt sich, dass das vorherrschende Programmverständnis aus der Zeit der Computerprogramm-Richtlinie in Auflösung begriffen ist. Während Programmier- und Kommunikationsschnittstellen im Regelfall eigenständige Programme bzw. Betriebssystem und Anwendungsprogramme trennen, lässt sich dies von Komponentenschnittstellen nicht in dieser Allgemeinheit sagen. Ein Programm kann aus mehreren Komponenten bestehen, die zudem in unterschiedlich starkem Umfang voneinander abhängig sind. Dies kann im Extremfall dazu führen, dass eine Komponente in unveränderter Form für eine Vielzahl von Programmen verwendbar ist oder eben so eng mit einem einzigen Programm verwoben ist, dass sie mehr oder weniger in diesem Programm aufgeht.

Ob das Quantum-GIS-API mir so autarke Möglichkeiten einräumt, autark vom eigentlichem QGIS zu arbeiten wage ich – jetzt mal rein intuitiv – zu bezweifeln.

Wer das genauer wissen möchte sollte das PDF von Till Jaeger/ifross lesen. Da ist die notwendige juristische Differenzierung noch genauer aufgezeigt.

Bisher verwende ich Python zur Entwicklung und importiere einfach fleißig externe GPL-Bibliotheken, so dass diese mir meine Funktionen zur Verfügung stellen. Würde ich das sein lassen, sondern ausschließlich und direkt auf die die api-Funktionen von QGIS zurückgreife, wäre eine kommerzielle Vermarktung vermutlich denkbar. Allerdings auch furchtbar aufwändig. Ich nutze so viele externe Funktionen, dass ohne diese eigentlich nichts an eigener Software über bleibt. In dem Jaeger-Text wird das übrigens als intensive Werkverbindung (als juristischer Fachbegriff) benannt, denke ich.

Effektiv kann ich also meine Plugins nicht kommerziell vermarkten, sondern lediglich in-house verwenden.

Denkbar ist für mich also meine Software in zwei Teile zu teilen. Eine Quelloffene die ich beim Klienten ausführen lasse (zum Beispiel zwecks Datenexport) und eine die nicht veröffentlicht wird und die ich als Dienstleister nutze.

Ich habe die Theorie, dass das mit ein Grund ist, warum viele Firmen in der Branche komplett geschluckt werden, statt nur eine Software zu kaufen. Wenn eine In-House-Software irgendwann mal auf einem quelloffenen System basierte und deren Bestandteile noch nutzt, kann man die eigene Softwareerweiterung zwar benutzen, aber eben nicht verkaufen. Und weiter nutzen, wenn man plötzlich zu einer anderen Firma gehört. So ist zumindest mein naives Verständnis der Thematik.

Ich kann mir vorstellen, dass (auch) aus diesem Grund Linux immer noch ein Nischendasein führt. Da dieses Betriebssystem und seine Subdienste freie Software sind, kann Software die diese Funktionen in engem Maße nutzt (enger als Armeslänge) nicht kommerziell vermarktet werden. Unternehmen die mit Software Geld verdienen, haben also keinerlei Interesse sich allzu eng an dieses Betriebssystem zu binden. Wenn ich recht informiert bin, sind viele der Funktionen von Mac OS X und Windows mit entsprechenden Lizenzen ausgestattete, dass eine kommerzielle Nutzung möglich ist. Die damit verbundene Möglichkeit mit Software Geld zu verdienen spornt in einem kapitalistischen System natürlich mehr an, dort Energie und Geld in die Entwicklung zu stecken.

Ich hätte nicht gedacht, dass offene Systeme mal verhindern, dass Innovation stattfindet. Die Restriktivität (unter Einräumung gewisser Rechte) kommerzieller Betriebssysteme hilft offensichtlich auch das eigene Produkt (und das dadurch generierte Einkommen) zu sichern. Auch ein wichtiger Aspekt, denke ich.

In freier Software steckt viel Ideologie. Jetzt muss man nur Fragen ob diese Ideologie durch vorgenannten Sachverhalt sich nicht selbst in den Rücken fällt. Denn es schafft durch die Verpflichtung zur Quelloffenen Veröffentlichung eine Grenze, die durchaus auch durchlässiger gestaltet werden könnte.

Jetzt verstehe ich auch so langsam, warum Qt4 in einer GPL- und einer kommerziellen Version vorliegt: Das Programmbibliotheken die engst mit der eigenen Software verschlungen werden: Armeslänge ist da nicht. Und bei Qt4 ist das auch nur möglich, weil ein Unternehmen da hinter steht, was einen Großteil, wenn nicht allen Programmcode zu Qt4 schreibt. Wie das intern läuft Programmcode, der von dritten für die GPL-Version geliefert wurde, auch in die kommerzielle Version zu bekommen lässt mich mich noch am Kopf kratzen. Vielleicht wird tatsächlich in jedem Einzelfall um Erlaubnis beim Autor gefragt oder ggf. die Arbeit vergütet? Wer weiß? 🙂

Entwicklungsumgebung

Seit etwa einer Woche lerne ich ja Python und habe mich endlich mal nach einer vernünftigen Entwicklungsumgebung umgesehen. Zuletzt hatte ich lediglich den Mac-Only Editor TextWrangler verwendet, der zwar code highlighting für Python beherrscht und sehr gute TExtbearbeitungsfunktionen mitbringt, aber jeglichen Komfort hinsichtlich Code-Completition, Projektverwaltung oder Versionskontrolle vermissen lässt.

Ich habe mich jetzt dafür entschieden Komodo Edit eine Chance zu geben. Basierend auf Firefox ist der Grundcode sehr vernünftig und vor allem: CrossPlattform. Es unterstützt Extensions (genauso wie Firefox Extensions unterstützt) und hat auch eineu ganz ordentliche Entwicklercommunity, die das Projekt unterstützen. Komodo Edit ist das kleine Geschwisterchen von Komodo, einer vollwertigen Entwicklungsumebung für richtig viel Geld. Für meine Zwecke reicht die Edit-Version aber vollkommen aus.

Um die Funktionen die ich haben wollte zu haben musste ich auf Extensions zurück greifen:

Bisher sieht es sehr gut aus 🙂

pyuic on OS X

In case anyone out there ist triing to figure out where the macports port py-pygt4 is installing pyuic: Its called pyuic-27 and it is in the /opt/bin folder, where it suppose to be. But with the different name. took me an hour to figure this out. Sometimes I hate this Dev-Stuff…

Zeitgemäßes wissenschaftliches Arbeiten

Ich quäle mich gerade durch einen Text der mir im Rahmen meines Seminars zum Raumordnungsrecht durch zu lesen aufgetragen wurde. Dabei stolpere ich immer wieder über einzelne Passagen und hätte nun gerne jemanden mit dem ich mich darüber auslassen könnte. Wunderbar, denke ich mir: Den Text haben sicher auch schon andere gelesen und es wird sicher irgendwo im Netz eine Plattform geben, die entsprechende Diskurswerkzeuge zur Verfügung stellt. Denke ich weiter darüber nach, so fällt mir nur wenig ein, was meinen Anforderungen gerecht würde. Also recherchieren!

Ich verwende für die Verwaltung von Literatur das wundervolle, aber leider nicht so weit verbreitete und demnach auch nicht mit einem so riesigen Entwicklerteam ausgestattete Programm Papers 2 aus dem Hause Mekentosj, das auch eine Austauschplattform, genannt Livfe, in der kollaborative Literaturarbeit möglich sein soll. Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nun. Das scheitert jetzt aber erstmal daran, dass ich niemanden kenne, der ebenfalls mit Papers arbeitet…außerdem geht es bei Livfe auch mehr darum Papers zu einem Thema zu sammeln und dann über diese Sammlung zu diskutieren und nicht über das einzelne Paper.

Also: Andere Datenbanken. Das OPAC meiner Universität verlinkt mich gerne zum Dienst BibSonomy, welcher auf den ersten Blick das anzubieten scheint, was ich suche. Doch irgendwie versucht es noch mehr zu sein, nämlich eine vollwertige, weborientierte Literaturverwaltung für einzelne Benutzer und zugleich soziales Netzwerk. Hm. Das erledigt bei mir nunmal schon Papers 2 und wahlweise moodle oder facebook. BibSonomy ist hinsichtlich des Lokalpatriotismus überaus unterstützenswert, wird es doch an meiner Uni entwickelt: http://blog.bibsonomy.org. Ganz besonders interessant finde ich die Auskopplung PUMA, die quasi nicht einen globalen, sondern einen lokalen Anspruch hat und dazu dient innerhalb von einzelnen Institutionen eingesetzt zu werden. Ein interessanter Ansatz.

Ich möchte einen kurzen Seitenkommentar auf ein totes Projekt aus dem Hause google hinweisen, dass ich Rahmen einer Studienarbeit näher beleuchtet habe: Google Wave. Diese Plattform, die schon länger beerdigt, aber dessen Teile in Google Docs (was heute Google Drive heißt) eingesetzt werden hatte das Ziel Kommunikation im Netz grundsätzlich zu verändern. Dabei lieferte nicht ein Server eine Internetseite auf der verschiedene Nutzer ihre Inhalte veröffentlichen (was praktisch ein webbasierter Chatrooom ist), sondern stattdessen wurden sogenannte WAVEs von jedem Benutzer an alle (berechtigten – auch den Servern zur Archivierung) geschickt. Im Prinzip wäre WAVE ein Hybrid aus bittorent, email/instantmessaging und http und hätte es also nötig gemacht eine ganz neue (software-)Infrastruktur zu etablieren. Was meiner Meinung nach auch dafür gesorgt hat dass es eingestellt wurde. Jedenfalls sollte WAVE dazu dienen die Abstimmung in Arbeitsgruppen zu erleichtern und eine auf das Thema fixierte Arbeitsumgebung zu etablieren. Im Rahmen eines WAVE-Systems wäre es ein leichtes gemeinschaftlich ein PDF zu diskutieren (In Gruppe oder in Einzelgesprächen), eine Sammlung von PDFs oder gar ein gesamtes Seminar zu veranstalten. Leider gibt es WAVE nicht mehr, auch wenn der (offene) Quellcode von Apache als Organisation übernommen und veröffentlich wurde. Seit mehr als einem Jahr passiert da leider nichts mehr.

Und jetzt komme ich dazu, was ich eigentlich sagen wollte, als ich da oben die Überschrift eingegeben habe: Mir fehlt es in großem Maße in der Planung an einer innovativen Diskussionsplattform für die vielen zu diskutierenden planerischen Themen. Und sei es nur das PDF das ich gerade lese und nicht verstehe.

Ob nun live, bibsonomy/PUMA oder WAVE: In jedem fall fehlt es an einer kritischen Masse und somit ist ein moodle oder ähnliches doch geeigneter um sich dem Thema zu nähern.

Ich sehe ein, die wenigstens fühlen sich derart wohl im Umgang mit Computern wie ich und die wenigsten bevorzugen (so wie ich) die schriftliche Kommunikation vor der verbalen, aber dennoch glaube ich, dass es langsam an der Zeit ist über die Etablierung einer solchen Plattform nachzudenken. Wissen ist im Netz in unermesslichem Maße zu finden und das Web2.0 liefert uns unermessliche Möglichkeiten darüber zu reden. Ein WEb 3.0 muss nun den schritt machen das viele Wissen vernünftig handhabbar zu machen und Nutzer und wissen wirklich gut zusammen zu führen. Sei es über Raum (wie es Ansätze der Augmented Reality versuchen) oder aber über gemeinsame Interessen. Und da liegt mein Ansatz. Zugegeben es bedarf vieler, vieler Klippen zu umschiffen: Urheberrecht (der zu diskutierenden PDFs), Datenschutz (der Äußerung der Diskutanten), Plattformgrenzen (Mac, Win, iOS, Android…), Kritische Masse, Barrierefreiheit (z.B. hinsichtlich Speech-Recognition?) etc. aber grundsätzlich halte ich es für an der Zeit anzufangen eine solche Plattform zu etablieren. Wer weiß, vielleicht ist das ja ein Sub-Projekt des EIAPU?

Das an der Uni angebotene Moodle mag für die Organisation von Lehre irgendwie funktionieren, aber ich vermisse dabei ganz eindeutig die Cloud: Die Funktionen sind doch sehr darauf ausgelegt dass die Lehrenden die INhalte (oder die Diskussionsplattform) und die Teilnehmer bereitstellen und die Studierenden nehmen das angebotene an. Cloud verstehe ich dem Sinne so, dass alle Akteure alle Funktionen benutzen (und damit auch freischalten) können. Dann könnte sich auch abseits der von einigen Lehrenden kleingehaltenen Möglichkeiten des Moodles erweitern und damit erst wirklich etablieren lassen. Freiheit lässt Experimente und damit auch Innovation zu. (Wenn ich mich allerdings hier so durch die modle Demoseite kämpfe sehe ich ein, dass die Plattform vielleicht eher nicht geeignet ist. Das sieht ja intern aus wie die Konfiguration von mailman. *buärks*)

Wenn ich mir allerdings überlege, wer da im Moment in der Planungsforschung tätig ist wird mir klar, dass das was ich mir wünsche noch viele Jahre braucht um zu reifen und sich in der breiten Masse zu etablieren. Vermutlich wird es derartiges erst geben, wenn die aktuellen wissenschaftlichen Mitarbeiter in Reichweite eines Professorentitels kommen: So 10 bis 15 Jahre.

Worauf ich hinaus will: Da muss mal was passieren. Und ich fürchte es ist meine (oder unsere?) Generation die sich darum kümmern muss…

Fachwerk

In meinem Umfeld wird gerade diskutiert, ob man als Alterssitz nicht mal ein Haus kauft.Die Einkommenssituation hat sich bei den Betroffenen in letzter Zeit durch neue Jobs verbessert, was aber nur bedingt dazu führt, dass die Renten zukünftig höher ausfallen werden als angenommen. Da kommt die Vorstellung, dass man im Rentenalter geringere Mietaufwendungen hat, sehr zupass. Da der Kreditmarkt im Moment selten niedrige Zinsen bereit hält und auch ohne erhebliches Eigenkapital Kredite zur Verfügung gestellt werden können, und zugleich im ländlichen Raum die Immobilienpreis für Altbauten (insbesondere für jene, in die man noch etwas Arbeit stecken muss…) so niedrig wie nie sind, nähert sich die bisherige Utopie vom Wohneigentum einem realistischen Ziel.

Zuallererst gilt es wohl ein Objekt zu finden, dem alle Beteiligten zustimmen können. Dabei gilt es zu beachten, dass es nicht zu klein, nicht zu groß, dass das bauliche Umfeld und der Garten zu den Ansprüchen passt und vor allem: Die Lage richtig ist. Hat man zumindest ein Objekt der Begierde ausgemacht beginnt erst der ganze Mist mit der Finanzierung und allen weiteren Details.

In diesem Fall hat ein Objekt die Lefzen zum laufen gebracht, dass von Lage und städtebaulichem Umfeld (d.h. dörflichem) grandios ist, das aber nicht nur ein bisschen, sondern eine ganze, ganze Menge Arbeit erfordert. Zum Beispiel wäre es ganz gut eine Heizung zu haben. Oder Stromkabel. Und das dadurch eigentlich ein bisschen über dem sich vorgestellten Preisrahmen liegt.

Einige Überlegungen sind also notwendig:

Finanzierungsrahmen

  • Wieviel Geld braucht man?
  • Woher das Geld nehmen?
  • Was kann man sich leisten im Monat an Aufwendungen für den Kreditabtrag (also das Haus und damit das Wohnen) aufzubringen?
  • Querverbindung Lebensorganisation: Wie schnell ist ein Bauzustand herzustellen, der es ermöglicht die alte Wohnung aufzugeben, also keine Doppelbelastung mehr zu haben? Ein zweites oder gar drittes Auto muss her, ist das im Finanzrahmen gegeben?
  • Will man sich so lange an ein und die selbe Wohnsituation binden? Will man sich finanziell so lange binden?
  • Kann man damit Leben, dass das Wohneigentum am Ende des Lebens der Bewohner noch immer zu Teilen in (finanziellen) Händen der Bank liegt? Kann man damit Leben, dass man das Objekt nie wieder (oder zumindest nicht zu angemessenen Konditionen) los wird?

Bauorganisation

  • Wo bekommt man einen Sachverständigen für Altbauten (in diesem Fall uraltes Fachwerk) her?
  • Was kostet uns der? Und ist der kurzfristig verfügbar?
  • Was ist überhaupt zu tun? In welchem Zustand ist das Gebälk?
  • Welche Maßnahmen sind durchzuführen, bevor man einzieht? Was kann nachgeordnet passieren?

Lebensorganisation/Lebensplanung

  • Ist das Wohneigentum es wert, die urbanen Vorteile aufzugeben? (z.B.: Autofrei, bzw. mit nur einem Auspendler-Auto zu leben, Freunde alle mit dem Rad erreichbar; ICE-Anschluss in 15 Minuten erreichbar, etc.)
  • Will man an einem Ort leben, an dem nur alle zwei Stunden ein Bus vorbei fährt und wo man zum einkaufen nicht 800 Meter, sondern 4000 (one-way) auf dem Rad zurück legen muss?
  • Wieviel Platz braucht man zum Leben? Sind es die 120qm die man bisher hat oder müssen es die 240qm sein, die sich so schillernd anpreisen?
  • Im Fall der Pflegebedürftigkeit: Will man wirklich an einem Ort leben, an dem ein Pflegenotstand zu erwarten ist? Ist da ein urbaner Standort nicht sicherer?

Es stellen sich Fragen ohne Ende und vielleicht komme ich ja dazu im weiteren Fortgang des Prozesses einige davon zu präzisieren und damit auch Antworten zu finden.

Im nächsten Beitrag versuche ich die Kreditsituation aufzudröseln. Nicht nur die Konventionellen Banken sind dabei hilfreich, sondern auch Staatliche Zuschüsse und Krediterleichterungen.